Neue Visitenkarte für das Ludwig Forum

Es gab einigen Wirbel um den notwendigen Umbau des Eingangsbereichs unseres Ludwig-Forums, den man in der Presse als „unnötig“ oder „zu teuer“ kritisierte. Seltsam! Denn als wir vor wenigen Jahren den ebenso notwendigen Umbau der sog. „Kutscheneinfahrt“ des Suermondt-Ludwig-Museums aus ähnlichen Motiven und zu vergleichbaren Kosten veranlassten, schien das allen klar: Küchenemissionen vertragen sich nun einmal nicht mit Kunst, die Funktionen müssen separiert werden.

Es ist Zeit, der zum Museum umgewidmeten ehemaligen Schirmfabrik die konservatorischen Qualitäten zu verleihen, die vielleicht noch zu Lebzeiten der großen Sammler Peter und Irene Ludwig nicht im heutigen Maße eingefordert wurden, wenn die Ludwigs ihre Neuerwerbungen dort ausstellten. Jetzt muss das LUFO Standards wie jedes andere angesehene Museum aufweisen, um Leihgaben nach Aachen zu holen. Bislang lief der Leihverkehr eher nur in die andere Richtung: die immer wertvoller werdenden Schätze des Hauses werden laufend angefragt und gehen aus Aachen weg in die Ausstellungen anderer Häuser.

Das LUFO hat jetzt endlich eine klimatisierte Zone mit gleichbleibenden Temperaturen bekommen, die ab Oktober zur „Nancy-Graves“ Ausstellung zur Verfügung steht. Es braucht aber auch eine Eingangssituation, die Staub und Pollen außen vor lässt, und gleichermaßen einen Essensdämpfe-freien Zugang zu den Ausstellungsräumen im 1. und 2. Stock.

Deswegen wird geplant, Kasse, Shop und eine „italienische Kaffeebar“ mit kleinem Verzehr und einer angenehmen Aufenthaltsqualität in den Bereich des ehemaligen Restaurants „Parapluie“, das nun schon 1 ½ Jahre geschlossen hat, zu verlagern und gleichzeitig die Eingangspforte an der Jülicher Straße als Museumszugang in der langgestreckten Fassade durch Beleuchtung optisch zu akzentuieren.

Für diese Pläne gab der Betriebsausschuss Kultur im Mai einstimmig grünes Licht und reservierte aus den Rücklagen des Kulturbudgets dafür einen den Kosten für die „Kutscheneinfahrt“ vergleichbaren Betrag. Hoffentlich kann man noch vor Jahresende bei Museumsbesuchen wieder bei einem Glas Wein oder einem Espresso dort plauschen, in Büchern und Katalogen blättern oder im Shop ein originell gestaltetes Präsent erwerben – eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle für ein Museum.

In einem weiteren Schritt ist geplant, dass auch wieder ein richtiges Restaurant am LUFO angesiedelt wird, und zwar in der ehemaligen Kantine der Schirmfabrik zwischen Borowsky-Clown und Park. Dafür muss die jetzt dort beheimatete Museumsschreinerei umziehen, am besten in das zukünftige „Depot“ Talstraße, wo sie der dortigen Schreinerei der Jugendberufshilfe angegliedert werden kann. Die betreuten Jugendlichen werden so an den Ausstellungsarchitekturen für das LUFO aktiv mitarbeiten, was sie sicher motiviert. Und in der alten Kantine würde nach langer Zeit in neuem  Ambiente wieder gekocht: für Museumsbesucher, andere Gäste und die, die im Museum bei einem Event, zu dem sie LUFO-Räume mieten können, ein Catering wünschen.

Dr. Margrethe Schmeer